Museo Kartell

Das Projekt

Das Kartell-Museum wurde 1999 anlässlich des fünfzigsten Firmenjubiläums begründet. Geschaffen wurde es vom Vorsitzenden Claudio Luti mit dem Ziel, das kulturelle, ideelle, materielle und immaterielle Erbe des Unternehmens zu bewahren, zu fördern und hervorzuheben.

Im Jahre 2000 wurde es als bestes Museum eines Unternehmens mit dem Guggenheim-Preis für Unternehmen und Kultur ausgezeichnet.
Die Sammlungen, die ständig erweitert werden, bestehen aus über 8.000 Objekten, 5.000 Zeichnungen und 15.000 Fotografien. All dies ermöglicht eine Rekonstruktion der Entwicklung von Kartell und seiner Produktion, der verwendeten Kunststoffmaterialien, der Produktionstechnologien sowie der Strategien für Werbung und Vertrieb, die während der 65 Jahre genutzt wurden, die das Unternehmen schon besteht.

Das Kartell-Museum hat seinen Sitz in der Niederlassung in Noviglio vor den Toren Mailands, seit 1967 Hauptquartier des Unternehmens. Es wurde von den Architekten Anna Castelli Ferrieri und Ignazio Gardella geplant und gilt als eines der interessantesten Beispiele für Industriearchitektur in der Lombardei.
Besichtigt werden kann eine Dauerausstellung von über 2.000 Quadratmetern; die Gestaltung der Räumlichkeiten wurde vom Architekten Ferruccio Laviani geplant. Die Ausstellung umfasst die interessantesten Materialien, die mit der Geschichte der Produkte verbunden sind – vom Gründungsjahr 1949 bis heute.
Besonders stechen Autozubehör, Haushaltswaren, Lampen, Laborbedarf, Möbel und Einrichtungsgegenstände hervor, die zu einer Veränderung des Aussehens unserer Wohnungen beigetragen haben und als typische Produkte italienischen Designs Teil unseres Alltags geworden sind.

Das Museum kann nach Voranmeldung besichtigt werden und bemüht sich um Sichtbarmachung von Designkultur in der Öffentlichkeit durch Publikationen, Forschung, Führungen und Ausstellungen.

1969_Mulas

Der Weg

Kartell 1949 - 2014

’50

1949

Der junge Chemieingenieur Giulio Castelli gründet Kartell.
Die Firma ist von Anfang an in Mailand tätig und bei der Produktion der Artikel wird der Schwerpunkt auf technische Forschung und Design gelegt.
„Meine Absicht war es, Gegenstände mit innovativen Eigenschaften herzustellen, für die neue Produktionstechniken angewandt wurden, die Material sparten und den Prozess effektiver gestalteten“, sagt Giulio Castellli.

1949_Nasce-Kartell

1950

Begründung der Abteilung Autozubehör.
Der Skiträger K101, einzigartig und leicht zu befestigen, ist das erste Kartell-Produkt.

1950_Divisione-Autoaccessori

1953

Begründung der Abteilung Haushaltswaren.
Kartell startet die Produktion von Artikeln aus Kunststoff in industriellen Pressverfahren. Die neuen Haushaltswaren aus Kunststoff verbinden das Nützliche mit dem Schönen und werden Teil italienischer Haushalte.

1953_Divisione-Casalinghi

1955

Der Eimer mit Deckel bringt Kartell den ersten Goldenen Zirkel ein.
Der von Kartell in diesem Bereich geleistete Beitrag ist sowohl mit der Verwendung von neuen Kunststoffmaterialien als auch mit dem Design der von Gino Colombini entworfenen Produkte verbunden, die bedeutende funktionale Änderungen aufweisen.

1955_Secchio-con-coperchio

1956

Die erste Ausgabe der Zeitschrift „Qualità“ erscheint.
Sie wird bis 1960 auf dem Markt bleiben und befasst sich mit der Nutzung von Kunststoffmaterialien in Design und Architektur. Ab der dritten Ausgabe ist für die künstlerische Leitung Michele Provinciali verantwortlich.

1956_Rivista-Qualita

1957

Die rechteckige Wanne KS 1065 gewinnt den Goldenen Zirkel 1957.
Diese Wanne ist sehr stabil konstruiert: der zusätzliche Rand besteht aus einem steiferen Material als der Rest.

1957_Tinozza

1958

Gründung der Abteilung Labware.
Die Begründung eines Bereichs für Laborartikel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen gründliche Kenntnisse über Kunststoffmaterialien erlangt hat, die im Vergleich zu traditionellen Materialien einen Zuwachs an Qualität bedeuten, da sie unzerbrechlich und langlebig sind.

1958_Divisione-Labware

1959

Begründung der Abteilung Beleuchtung.
Kartell entwickelt neue, funktionale und umweltfreundliche Lösungen für die Beleuchtung von Wohnräumen.
Die Lampe 4006 von Achille und Piergiacomo Castiglioni, beispielhaft durch die Einfachheit ihrer Formen, ist die erste von Kartell hergestellte Hängelampe.

1959_-Divisione-Illuminazione

1959

Die Zitronenpresse KS 1481 von Gino Colombini gewinnt den Goldenen Zirkel.
Es ist die erste Zitruspresse mit Deckel, die ein Auspressen der Frucht ermöglicht, ohne diese zu berühren.

1959_Spremilimoni
’60

1960

Der Abtropfständer KS 1171 gewinnt den Goldenen Zirkel.
In der Begründung der Jury kann man Folgendes lesen: „(…) Die bekannte Fähigkeit der Designer, die Eigenschaften der Materialien zu interpretieren und die bekannte Sorgfalt des Herstellers bei der Ausführung vervollständigen das Bild dieser bescheidenen, aber beispielhaften Lektion in Design.“

1960_Scolapiatti

1963

Gründung der Abteilung Habitat.
Kartell startet die Produktion von Einrichtungsgegenständen aus Kunststoff. Während der 60er-Jahre erlangt Design aus Italien und Mailand weltweit Anerkennung. Das Unternehmen festigt seine eigene Identität, indem es sich von externen Designern wie Giotto Stoppino, Marco Zanuso und Joe Colombo unterstützen lässt und die Vielseitigkeit der Materialien erforscht.

1963_Divione-Habitat

1964

Das entscheidende Jahr: Das Kinderstühle K 1340 (später K 4999) ist der weltweit erste Stuhl aus Kunststoff.
Das von Marco Zanuso und Richard Sapper entworfene Modell lässt sich mit anderen kombinieren, auseinanderbauen und leicht reinigen. Es wurde sowohl als Sitzgelegenheit als auch als Spielzeug entworfen; bevor die Produktion beginnen konnte, waren vier Jahre Entwicklung erforderlich. Es gewinnt im gleichen Jahr den Goldenen Zirkel.

1964_-Sedia-per-bambini-K1340

1965

Joe Colombo entwirft den Sessel 4801 mit geschwungenen Formen.
Er ist aus drei ineinandersteckbaren Teilen aus geschwungenem Schichtholz zusammengesetzt und das erste Kartell-Produkt, das ganz und gar aus Holz besteht. Heute gibt es ihn wieder – aus Kunststoff.

1965_-Poltrona-4801

1967

Kartell präsentiert den Stuhl 4867 Universale. Der von Joe Colombo entworfene Stuhl ist der erste industriell gefertigte Stuhl der Welt, „erwachsenengerecht“, nicht kindgerecht, und vollständig im Spritzgussverfahren aus Kunststoff hergestellt. Er wird heute noch produziert und ist zu einem Evergreen der Kartell Kollektion geworden.

1967_Sedia-Universale

1967

Einweihung des Kartell-Sitzes in Noviglio.
Er wurde von Anna Castelli Ferrieri und Ignazio Gardella als Hauptquartier des Unternehmens entworfen und beherbergt heute auch das Kartell-Museum.

1967_Sede-Kartell

1969

Anna Castelli Ferrieri entwirft die runde Version der Anbaumöbel.
Die bald nach den eckigen Anbaumöbeln, den ersten frei kombinierbaren Exemplaren, entstandenen runden Anbaumöbel entsprechen dem Wunsch der Jugend der 60er-Jahre nach einer legeren, zwanglosen Einrichtung. Sie zählen zu den zehn Bestsellern von Kartell und sind noch heute, über 40 Jahre nach ihrer Erstproduktion, aktuell.

1969_Mobili-Componibili

1969

Ugo Mulas fotografiert Anna Castelli Ferrieri zusammen mit dem Team der Kartell-Designer (Giotto Stoppino, Joe Colombo, Alberto Rosselli, Ignazio Gardella, Olaf Von Bohr und Gino Colombini) auf dem 9° Salone Internazionale del Mobile in Mailand.

1969_Mulas
’70

1970

Giotto Stoppino entwirft die Lampe 4032 Tic Tac.
Die Lampe ist so gestaltet, dass der Schalter in den Schaft integriert ist und durch Druck auf den Schirm aktiviert wird. Ihr Name ist lautmalerisch: Er gibt das Geräusch wieder, das beim Ein- oder Ausschalten ertönt.

1970_Tic-Tac

1972

Kartell nimmt an der Ausstellung „Italy: The New Domestic Landscape“ des MoMA teil.
Auf der Ausstellung werden die drei Wohnmodule präsentiert, die nach Entwürfen von Ettore Sottsass, Marco Zanuso und Gae Aulenti von Kartell hergestellt wurden. Im gleichen Jahr werden die Objekte aus dem Kartell-Katalog Teil der Dauersammlung des amerikanischen Museums.

1972_Mostra-MoMA

1973

Begründung von Centrokappa.
Das Team Centrokappa, das von Valerio Castelli geleitet wird und aus mehr als zwanzig Kreativen (darunter Michele De Lucchi, Alberto Meda und Paola Navone) besteht, entwickelt Design- und Kommunikationsprojekte und organisiert Kulturveranstaltungen, die dem italienischen Design Aufwind verleihen sollen.

1973_Centrokappa

1975

Kartell organisiert die „Internationale Ausstellung für Stühle aus Kunststoffmaterial“.
Die von Centrokappa betreute Ausstellung regt Diskussionen über Stühle aus Kunststoffmaterial von den Anfängen bis heute an – gezeigt werden 101 legendäre Modelle verschiedener Marken.

1975_Mostra-della-sedia

1975

Giulio Polvara entwirft das kombinierbare Bücherregal 4760/4765.
Dies ist das erste Beispiel eines Bücherregals aus Einzelteilen, das vollständig aus Kunststoffmaterial besteht und mit seinen Ebenen und Verbindungsstücken nach Belieben erweiterbar ist. Zum Bücherregal gehören würfelförmige Behälter in den Primärfarben, die von Centrokappa entworfen wurden.

1975_Libreria-Polvara

1976

Kartells Kollektion von Tischgefäßen erscheint.
Diese von Anna Castelli Ferrieri entworfene Serie von Gefäßen reagiert auf die Tendenz, keinen Unterschied zwischen Esszimmer und Küche mehr zu machen und macht es endlich möglich, die Nahrungsmittel direkt aus dem Kühlschrank auf den Tisch zu bringen, ohne dass eine Servierplatte nötig ist.

1976_Kartell-in-tavola

1979

Centrokappa entwirft das System Schule.
Ein System aus Einrichtungsgegenständen für den Kindergarten, gleichermaßen zum Lernen und Spielen, bestehend aus Stühlen, Bänken und Tischen mit einer Reihe von Zubehörteilen, die mit großen Schrauben und einem Spielzeug-Schraubenzieher auseinander- und zusammengebaut werden können.

1979_premio-all'azienda

1979

Auszeichnung des Unternehmens mit dem Goldenen Zirkel.
Begründung der Jury, die den Preis vergab: „Für eine Unternehmenspolitik, die sich auf Konsequenz in der Planung der Produkte sowie auf ständige Forschung und Weiterentwicklung gründet.“

1979_Sistema-Scuola
’80

1982

Der Kegeltisch 4300 von Anna Castelli Ferrieri erscheint.
Es ist der erste größere Tisch, der ganz und gar im Spritzgussverfahren hergestellt wurde.

1982_-Tavolo-4300

1986

Kartell setzt das Projekt „INES, das denkende Fahrzeug“ von Denis Santachiara um.
INES, von der nur ein einziges Exemplar anlässlich der Mailänder Triennale mit dem Titel “Projekt Wohnen. Das Haus des Menschen“ hergestellt wurde, ist eine Roboter-Haushaltshilfe, die, wie das Publikum während der Performance auf der Ausstellung entdeckt, auf ihrer Unabhängigkeit beharrt und sich den Befehlen ihres Herrn widersetzt.

1986_Robot-Ines

1987

Der Stuhl 4870 erhält den Goldenen Zirkel der ADI.
Der stapelbare Stuhl wurde von Anna Castelli Ferrieri entworfen; in der Begründung der Jury heißt es:
„…ökonomische und technische Fragestellungen wurden hier in gleichem Maße berücksichtigt.“

1987_Sedia-4870

1988

Claudio Luti übernimmt Kartell und wird der neue Vorsitzende.
Der Vorsitzende Luti überarbeitet den Katalog unter Wahrung dessen, was Kartell ausmacht, stützt seine Strategie auf das Produkt und führt eine ganz neue Art ein, Material und Oberflächen zu betrachten. Das kreative Team vergrößert sich durch das Dazustoßen von Designern wie Philippe Starck, Antonio Citterio, Vico Magistretti, Ron Arad und Ferruccio Laviani.

1988_Claudio  Luti

1988

Philippe Starck entwirft den Stuhl Dr. Glob.
Dies ist der erste Stuhl mit quadratischen, matten Oberflächen, in Pastellfarben und mit Teilen aus Metall. Durch ihn erhält der Stuhl aus Kunststoffmaterial den Status „demokratischer Luxus“.

1988_Dr.Glob
’90

1994

Erscheinen des Bookworm.
Ron Arad kreiert das erste Bücherregal, das nicht gerade verläuft, sondern frei zusammenstellbar ist. Es besteht aus einem flexiblen Streifen aus Kunststoffmaterial, der nach Belieben an der Wand befestigt werden kann.

1994_-Libreria-Bookworm

1994

Das von Antonio Citterio mit Oliver Löw entworfene Kommodensystem Mobil gewinnt den Goldenen Zirkel.
Die Jury begründet ihre Entscheidung folgendermaßen: „Das Objekt evoziert die Vorstellung einer äußerst flexiblen Büroarbeit. Alle technischen und formalen Lösungen sind schlüssig und passen zueinander. Hervorzuheben ist die Entscheidung für Metall als Material für die Basis und durchscheinenden Kunststoff für die Kommode.“

1994_Cassettiere-Mobil

1996

Vico Magistretti entwirft Maui.
Dies ist der weltweit erste selbsttragende Stuhl aus Kunststoffmaterial, der keine metallischen Bestandteile oder stützende Verstärkungen an der Lehne aufweist.

1996_Sedia-Maui

1997

Kartell eröffnet das erste Flagship Store in Mailand.
Heute umfasst das Verkaufsnetz über 130 Länder, 130 Flagship Stores und 250 Shops-in-Shop.

Milano 4

1999

Erscheinen von La Marie.
La Marie von Philippe Starck ist der weltweit erste Stuhl aus transparentem Polycarbonat. Er wird in einer einzigen Pressform hergestellt und bringt die Idee von Transparenz in die Welt der Einrichtung. Kunststoff wird zum kostbaren Material und Teil jeder Wohnumgebung.

Sedia "La Marie", design di Philippe Starck, 1999.
’00

2000

Das Centre Pompidou in Paris zeigt die monographische Ausstellung „Die Kartell-
Schenkung – eine Umgebung ganz aus Kunststoff“.
Die Schenkung diverser Modelle und Exemplare, die nicht mehr hergestellt werden, durch Kartell an das Centre Pompidou trägt maßgeblich zur Entwicklung der Designkollektion des Pariser Museums bei. Aus dieser Schenkung entsteht eine große monographische Ausstellung, in der historische Stücke und die repräsentativsten Projekte des Katalogs zu sehen sind.

2000_Mostra-Pompidou

2000

Das Kartell-Museum wird als bestes Museum eines Unternehmens mit dem Guggenheim-Preis für Unternehmen und Kultur ausgezeichnet.
Es ist das erste Museum eines Unternehmens in Italien, das von einer Gemeinschaftsstiftung unterhalten wird.

2000_Museo-Kartell

2001

Bubble Club ist das erste Sofa, das zu 100 % industriell hergestellt wurde.
Es ist das erste Produkt, das im Rotationsguss hergestellt wird. Im Jahre 2001 wird es mit dem Goldenen Zirkel ausgezeichnet.

2001_Bubble-Club

2002

Erscheinen von Ghost von Philippe Starck.
Der transparente Armstuhl entspricht dem Image des Unternehmens mehr als jedes andere bisher hergestellte Produkt. Seine barockartige Form entstammt nach Starcks eigener Aussage dem kollektiven Gedächtnis der westlichen Welt“.

2002_Louis-Ghost

2002

Das Buch „Kartell. 150 Items, 150 Artworks“ wird in Mailand ausgestellt.
Der bei Skirà erschienene, von Franca Sozzani und Luca Stoppini gestaltete Band ist eine Sammlung von Beiträgen von 150 Fotografen und Künstlern, darunter Helmut Newton, Bruce Weber, Maurizio Cattelan und Vanessa Beecroft. Die beteiligten Künstler waren aufgefordert, eine eigene Interpretation der Objekte von Kartell zu liefern – durch Schnappschüsse, Werke oder Texte. Die Ausstellung zur Präsentation des Buchs fand bei der Mailänder Triennale statt. Die eindrucksvolle Inszenierung stammte von Ferruccio Laviani: 150 Bücher lagen auf ebenso vielen Lesepulten, jedes auf einer anderen Seite aufgeschlagen.

2002_150-Items.-150-Artworks

2004

Ferruccio Laviani präsentiert Bourgie.
Der typische Kandelaber aus alten Zeiten mit seinem Hut aus Stoff wirkt nicht länger bürgerlich; durch die Verwendung von Polycarbonat ist er zu einer modernen Plastik geworden. Im Jahre 2005 gewinnt das Modell den Design & Decoration Award.

2004_Lampada-Bourgie

2006

Das Designerteam vergrößert sich.
Mit Patrick Jouin, Marcel Wanders, Patricia Urquiola, Erwan und Ronan Bouroullec und Tokujin Yoshioka befasst sich Kartell gründlicher mit dem Thema Oberflächen und stellt Produkte mit Textur her, die sich scheinbar in Bewegung befinden.

2006_-superfici-mosse-Salone-2005

2009

Kartell präsentiert den Stuhl Masters, entworfen von Philippe Starck mit Eugeni Quitllet.
Die Silhouette dieses Stuhls soll an drei bekannte Stühle erinnern: Den „Serie 7“ von Arne Jacobsen, den „Tulip Armchair“ von Eero Saarinen und den „Eiffel Chair“ von Charles Eames. Das Projekt gewann im Jahre 2010 den Good Design Award und 2013 den Red Dot Design Award. Heute gehört es zu den Bestsellern von Kartell.

2009_Masters

2010

Tokujin Yoshioka kreiert die Kollektion The Invisibles.
Das Projekt besteht in einer Reihe von aus sehr dicken Platten handgefertigten Einzelstücken. Die Stühle und Tische dieser Kollektion waren Vorbild für die Serie „Invisible Table“ von Tischen und Tischchen aus einem Stück, die 2012 industriell hergestellt wurden.

2010_The-Invsibles

2012

Taschen bringt die erste einem Designunternehmen gewidmete Monographie heraus: „Kartell – The Culture of Plastics“.
Der Band erzählt auf 400 Seiten die Geschichte des Unternehmens; er enthält historische Aufnahmen und kritische Beiträge von Historikern und Kuratoren wie z.B. Gillo Dorfles, Deyan Sudjic und Franca Sozzani.

2012_Kartell-Taschen

2013

Der Invisible Table gewinnt beim Red Dot Design Award den Preis Best of the Best.
Invisible Table ist der erste transparente Tisch aus einem einzigen Stück Kunststoff, hergestellt durch Spritzguss. Mit seinen über 20 Kg Gewicht stellt er eine wichtige Entwicklung in Sachen Produktionstechnologie dar.

2013_Tavolo-Invisible

2014

Die Stiftung Kartell-Museum wird 15 Jahre alt; anlässlich dieses Jubiläums wird das Museum neu geplant und gestaltet.
Wie das vorige liegt auch dieses Projekt in den Händen von Ferruccio Laviani und erzählt ausführlich von den 65 Jahren, die das Unternehmen bereits besteht.

2014_Museo-Kartell

Die Aufgabe

Die Stiftung Kartell-Museum möchte industrielles Design und die damit verbundenen ästhetischen und herstellerischen Prozesse in der Öffentlichkeit bekannter machen. Zu diesem Zweck öffnet sich die Stiftung als Museum des Unternehmens, gedacht als permanente kulturelle Einrichtung, dem Publikum und widmet sich der Erhaltung, Katalogisierung und Ausstellung der beweglichen Güter, die das Erbe und das kulturelle und unternehmerische Image von Kartell Spa ausmachen. Hierbei wird auch auf den Aufbau von kulturellen und geschäftlichen Beziehungen zu anderen in diesem Bereich aktiven Organisationen sowie nationalen und internationalen kulturellen Einrichtungen Wert gelegt. Die Stiftung will außerdem in jeder Hinsicht die Beziehungen vertiefen, die zwischen Material und Form von Gegenständen des täglichen Gebrauchs, die so viel über die menschliche Zivilisation aussagen, und der Umgebung bestehen, in der sie sich entwickelt haben - die kulturelle Bedeutung des Industrieprodukts soll wiederentdeckt und bekannter gemacht werden. „Der Bereich, in dem Kartell aktiv ist, ist im Wesentlichen das Industriedesign, das Planung, Herstellung und Verwendung eines Produkts in einem kulturellen System mit einschließt, das Einfluss auf den gesamten Prozess der Forschung und Kommunikation hat, sich aber vor allem in den Produkten niederschlägt, die vom kulturellen Hintergrund und den Bemühungen zeugen. Diese konkrete Geschichte zum Anfassen wird dem Publikum präsentiert, das sich auf diese Weise in der Ausstellung in Gegenständen wiedererkennen kann, die Teil seines Alltags sind.“

Claudio-Luti-ritratto

Claudio Luti

Vorsitzender der Kartell Museumsstiftung und CEO von Kartell

Kontakt

Kartellmuseo, via delle Industrie 3, 20082 Noviglio (MI), Italien.
Das Museum kann mit oder ohne Führung von Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr mit Reservierung besucht werden.
An Feiertagen und während der Betriebsferien geschlossen.

Reservierungen:

Tel. +39 02 90012296, +39 02 900121.

Eintritt frei.
Kostenlose Führung

Anfahrt

MIT DEM AUTO

Autobahn A7 Mailand-Genua, Abfahrt Binasco.
Nach Verlassen der Mautstelle nach rechts auf die SP30 abbiegen.
Im Kreisverkehr bei der ersten Möglichkeit rechts auf die SP203 abbiegen.
Bei der ersten Ampel rechts auf die Via delle Industrie abbiegen und bis zur Kartell-Niederlassung weiterfahren.

MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN VON MAILAND AUS

An der Station Famagosta der Mailänder U-Bahnlinie M2 (grün) den Bus nehmen:
Linie Rosate-Binasco-Mailand, Richtung Rosate;
alternativ Linie Mailand-Motta Visconti Richtung Motta Visconti.
An der Haltestelle Noviglio Santa Corinna aussteigen und ca. 3 Minuten lang zu Fuß weitergehen.

Die Fahrpläne der Busse können auf der Website www.pmtsrl.it eingesehen werden.

Hier den Plan herunterladen, um von der Haltestelle Noviglio Santa Corinna zum Museum zu finden.

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